Der Anfang
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Von der Revolution 1848 zur Verfassung

Selbständiges Land
Vorarlberg erreicht
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Im 20. Jahrhundert
Aufschwung in Selbstbewusstsein
 

Vorarlberger G'schicht

Die Habsburger in Vorarlberg

Die Habsburger kaufen sich in Vorarlberg ein
Welche Bedeutung die Bürger damals schon hatten, zeigt sich daran, dass nicht nur die Grafen von Feldkirch-Montfort, sondern auch die Bürger von Feldkirch 1337 ein Bündnis mit den Habsburgern schlossen. 1376 erhielt Feldkirch als Begleitprodukt des Verkaufs der Herrschaft durch den Montforter Rudolf IV einen weitreichenden Freiheitsbrief. 1377 erwarb Leopold III vereinbarungsgemäß Feldkirch. In den letzten Jahrzehnten des 14. Jahrhunderts erwarben die Habsburger weitere Landesteile, unter anderem den Bregenzerwald, Bludenz und das Montafon (die letzteren beiden 1394). Trotzdem: Schon damals beäugten die stolzen Vorarlberger das suspekte Wien stets kritisch und legten Wert auf ihre Eigenständigkeit. So bildeten 1391 Abgesandte mehrerer wichtiger Gerichte in Feldkirch eine Vorarlberger Eidgenossenschaft, die als Schutz- und Friedensbündnis mit gegenseitiger Waffenhilfe für die Dauer von 40 Jahren eingerichtet war.

Aufstand!
In unserer Schweizer Nachbarschaft wuchs bei den St. Gallern und Appenzellern mit der Zeit die Unzufriedenheit mit ihren adeligen Herrschern. Eines Tages wurde es ihnen endgültig zu bunt, und sie entschlossen sich, die Obrigkeit mittels Waffengewalt abzusetzen. Den Vorarlbergern gefiel der Gedanke, sodass sich 1405 die Stadt Feldkirch auf zehn Jahre mit St. Gallen und Appenzell verbündete und solcherart den "Bund ob dem See" aus der Taufe hob. Mehrere Gebiete Vorarlbergs schlossen sich dem Bund in kürzester Zeit an. Die "Widerstandsbewegung" dehnte sich bis nach Tirol, ins Allgäu und zum Walensee aus und konnte einige Erfolge verbuchen. 1407 sollte Bregenz als letzte Stellung des Adels fallen, ein Angriff des Schwäbischen Ritterbundes vereitelte den Plan aber - aus der Traum von der Selbstbestimmung. Immerhin erhielten die wieder österreichisch gewordenen Bundesmitglieder ihre bisherigen Freiheiten und Rechte zugesichert.

Rückkehr nach Österreich
1417 war Graf Friedrich von Toggenburg aus reichspolitischen Gründen vom Kaiser zum neuen Mann an der Spitze Vorarlbergs gemacht worden. Er bildete sich ein, die Vorarlberger besonders autoritär behandeln zu müssen, weshalb das Volk nach dessen Tod selbst die Rückkehr zu Österreich beschloss, und zwar unter der Bedingung, dass die alten Freiheiten auch weiterhin Bestand haben, Untrennbarkeit und Unverpfändbarkeit für immer gelten und Verurteilungen nie ohne Gerichtsverfahren ausgesprochen werden sollten. Das politische System sah nun so aus, dass die Landesvertretung nur aus Bauern und Bürgern bestand - Adel und Geistlichkeit waren davon ausgeschlossen. 21 ländliche Gerichte und drei städtische Gerichte (Feldkirch, Bregenz, Bludenz) bildeten die "Stände". Ihre Zuständigkeit erstreckte sich auf die Landesverteidigung, die Landesfinanzen, die Steuereinhebung und das Recht zur Vorsprache bei der kaiserlichen Regierung in Wien.

Kriegszeiten
Die Habsburger mochten die Schweizer nicht allzu sehr (und umgekehrt). Deshalb trafen sie im 15. Jahrhundert auch militärisch aufeinander, was an Vorarlberg natürlich nicht ganz spurlos vorübergehen konnte. 1445/46 und 1460 hatte somit auch unser Land unter diesen Streitigkeiten zu leiden. 1499 kam es zum großen "Showdown": Die Schweiz hatte partout weder Lust, dem Schwäbischen Bund beizutreten noch eine Reichssteuer abzuliefern. Wieder griff man zu den Waffen, doch konnte noch im selben Jahr ein Waffenstillstand erzielt werden, der 1511 zu einem dauerhaften Friedensschluss wurde. Für einige Zeit war es dann ruhig, in der Zeit der Reformation hielt Vorarlberg im Großen und Ganzen am römischen Glauben fest. Erst zu Beginn des 17. Jahrhunderts war es mit dem Frieden wieder aus, als der Dreißigjährige Krieg über Europa hereinbrach und auch Vorarlberg voll erfasste, nicht zuletzt, als die Schweden Bregenz und andere Gemeinden überrannten und plünderten. Viele mussten die Heimat verlassen und das Glück in der Fremde suchen.

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