Der Anfang
Von Alemannen, Rätern, Kelten und Römern

Wer ist der Boss?
Wechselnde Herrscher
im Mittelalter

Die Habsburger
Neue Herren im Land

Unruhige Zeiten
Zentralismus, Fremdherr- schaft und Revolution

Kampf um die Selbständigkeit
Von der Revolution 1848 zur Verfassung

Selbständiges Land
Vorarlberg erreicht
sein Ziel

Im 20. Jahrhundert
Aufschwung in Selbstbewusstsein
 

Vorarlberger G'schicht

Unruhige Zeiten

Absolutismus und Zentralismus
Das konnte einem Vorarlberger nicht schmecken: Zu Beginn des 18. Jahrhunderts nahm die Regierungsform in Österreich immer absolutistischere Züge an. 1726 wurde in Bregenz ein Direktorium eingerichtet, das die anderen Vogteiämter zu überwachen hatte. 1750 war Bregenz Sitz eines Oberamtes und ab 1786 eines Kreisamtes. 1752 bis 1782 war Vorarlberg nicht der "oberösterreichischen" Regierung in Innsbruck unterstellt, sondern der "vorderösterreichischen" in Freiburg. Verwaltungsreformen Maria Theresias und Josefs II schränkten die städtische und ständische Autonomie immer stärker ein, es gab keine Gemeindeversammlungen mehr, die Landammänner und Richter wurden nicht mehr demokratisch gewählt, sondern staatlicherseits bestellt; als dann Josefs Religionspolitik schließlich noch bis zum Verbot von Gottesdiensten führte, war in der Bevölkerung endgültig Schluss mit Lustig: 1789 und 1790 teilten die Vorarlberger das dem Kaiser in mehreren Unruhen mit. 1790 bestand mit dem neuen Kaiser Leopold II Aussicht auf Besserung, sein Tod 1792 brachte aber Franz I und dessen Kanzler Metternich an die Macht, die den Polizeistaat im "Vormärz" perfektionierten.

Revolution, Fremdherrschaft, Freiheitskampf ...
Die Französische Revolution machte auch vor Vorarlberg nicht Halt. 1796 standen französische Truppen an den Grenzen, konnten aber von den Vorarlbergern aufgehalten werden, Erst 1800 gelang es den Franzosen, die heimische Verteidigung zu durchbrechen. Sie blieben bis zum Friedensschluss 1801 im Land. 1805 wurde Napoleon wieder lästig und besiegte Österreich. Der Frieden von Pressburg führte zur Abtretung Vorarlbergs und Tirols an Bayern. Das hieß nichts Gutes für die vorarlbergischen Eigenständigkeitsbestrebungen: Die Landeseinheit wurde aufgelöst, ebenso die Landstände, die 24 Gerichte wurden in sieben Landgerichte umgewandelt und der Provinz Schwaben zugeschlagen. Anton Schneider und Josef Sigmund Nachbaur sind die Namen zweier Führer des Vorarlberger Freiheitskampfes, der 1809 aber nur kurzzeitig von Erfolg gekrönt war. Die erneute Niederlage Österreichs gegen Napoleon bereitete dem Traum von der Freiheit ein Ende. Es dauerte noch bis 1814, bis Österreich die Oberhand gewinnen und Napoleon in die Knie zwingen konnte. Vorarlberg kehrte zu Österreich zurück, allerdings ohne das Landgericht Weiler, das sich Bayern zwecks Bodenseezugangs zurückbehielt. An einer Wiederherstellung der früheren Ständerechte dachte in Wien allerdings niemand. 1816 wurden die Stände alibihalber wieder eingerichtet, Wesentliches zu sagen hatten sie aber nicht.

... und wieder Revolution
Das polizeistaatliche System, das sich nach der Restauration von 1814/15 herausbildete, musste schließlich wieder zu einer Explosion führen. So kam es denn auch: 1848 stiegen die Bürger auf die Barrikaden und mit einem ersten Verfassungsentwurf, der "Pillersdorff'schen Verfassung", schien die Forderung nach Rechtsstaatlichkeit und Freiheit in greifbare Nähe gerückt.

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