Der Anfang
Von Alemannen, Rätern, Kelten und Römern

Wer ist der Boss?
Wechselnde Herrscher
im Mittelalter

Die Habsburger
Neue Herren im Land

Unruhige Zeiten
Zentralismus, Fremdherr- schaft und Revolution

Kampf um die Selbständigkeit
Von der Revolution 1848 zur Verfassung

Selbständiges Land
Vorarlberg erreicht
sein Ziel

Im 20. Jahrhundert
Aufschwung in Selbstbewusstsein
 

Vorarlberger G'schicht

Kampf um die Selbständigkeit

Der Kampf um die Selbständigkeit beginnt
Schon seit jeher hatte sich Vorarlberg als eigenständige Einheit verstanden. Jetzt, da es nach der Revolution an die Ausarbeitung von Verfassungen für das Gesamtreich und die Länder der Krone ging, witterten die Vorarlberger Morgenluft: Die Eigenständigkeit Vorarlbergs sollte ein für allemal auf allen Ebenen auch verfassungsmäßig gesichert sein. Nun bezeichnete die Pillersdorff'sche Verfassung aber "die gefürstete Grafschaft Tirol mit Vorarlberg" als eine Provinz. In Vorarlberg berief man sich jedoch auf das traditionelle Selbstverständnis als eigenes Land mit eigenen ständischen Institutionen; so beschloss der Vorarlberger Landtag, sich nicht den Tiroler Ständen anschließen zu wollen; man wollte auch weiterhin eigene Provinzialstände haben, also ging man an die Ausarbeitung einer neuen Landesverfassung für Vorarlberg.

Kompliziertes Verhältnis zu Tirol
Tirol warb um eine Angliederung Vorarlbergs und lud dessen Stände zur Teilnahme am Landtag in Innsbruck ein. In Vorarlberg nahm man das Angebot mit gemischten Gefühlen auf. Es wurden zwar Wahlen ausgeschrieben, die aber nur halbherzig durchgeführt wurden - es kam sogar die Meinung auf, eigentlich müsste es umgekehrt sein und Tirol sich Vorarlberg anschließen, weil letzteres eine viel fortschrittlichere, demokratische Verfassung habe. Von Tiroler Seite betonte man zwar, dass nicht an eine Verschmelzung der beiden Länder, sondern an eine "Vereinbarung" zwischen den Ständen gedacht sei, die Angelegenheiten von gemeinsamem Interesse betrifft. Letztendlich verliefen die Beratungen zwar freundlich, aber trotzdem im Sand - eine zu enge Kooperation mit Tirol wurde unter anderem wegen der Verschiedenartigkeit der Institutionen und Interessen abgelehnt. Nicht zuletzt stand sie dem Streben Vorarlbergs, ein gleichberechtigtes Land zu werden, im Weg.

Das endgültige Aus
Im Laufe des Jahres kam es wieder zu Unruhen in Wien, sodass der Reichstag nach Kremsier verlegt wurde und dort weiter tagen sollte. Dazu kam es auf Grund anhaltender Unruhen nicht mehr: Der Kaiser löste den "verfassungsgebenden" Reichstag auf und erließ 1849 kurzerhand aus eigener Machtvollkommenheit eine Verfassung, die als "Oktroyierte Märzverfassung" bekannt wurde und allen liberalen Grundsätzen der vorangegangenen Verfassungsdiskussion zuwiderlief. Vorarlberg wurde mit Tirol zu einem einzigen Kronland verbunden: keine eigene Verfassung, kein eigener Landtag mehr. 1851 wurde die Märzverfassung zwar wieder aufgehoben, das Silvesterpatent brachte deshalb aber noch keine Änderung zum Guten - im Gegenteil: Ein Jahrzehnt des monarchischen Absolutismus, getragen von Armee, Polizei und Gendarmerie, war eingeläutet.

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