Der Anfang
Von Alemannen, Rätern, Kelten und Römern

Wer ist der Boss?
Wechselnde Herrscher
im Mittelalter

Die Habsburger
Neue Herren im Land

Unruhige Zeiten
Zentralismus, Fremdherr- schaft und Revolution

Kampf um die Selbständigkeit
Von der Revolution 1848 zur Verfassung

Selbständiges Land
Vorarlberg erreicht
sein Ziel

Im 20. Jahrhundert
Aufschwung in Selbstbewusstsein
 

 

Vorarlberger G'schicht

Selbständiges Land

Trendwende
1859 wurde zum Schicksalsjahr für die Monarchie: Preußen entschied die Deutschland-Frage für sich, und die italienische Einigung machte Österreich im Süden schwer zu schaffen. Von Außen bedroht und geschwächt, geriet der Kaiser auch innenpolitisch unter Zugzwang. In dieser Situation fiel auch der Vorarlberger Wunsch nach Selbständigkeit wieder auf fruchtbareren Boden. 1860 erließ Franz Josef das "Oktoberdiplom", wonach der Staat in Hinkunft föderalistisch organisiert sein sollte und die Landtage an der Gesetzgebung teilhaben sollten. In Kraft trat das Gesetz wegen des Widerstands Ungarns aber nicht.

Selbständig
Schon 1861 erging jedoch das Februarpatent, das auf dem Oktoberdiplom aufbaute. Es brachte für Vorarlberg ein langersehntes Ergebnis: Es wurde ausdrücklich als eigenes Land mit eigenem Landtag anerkannt. Eine eigene Landesregierung gab es allerdings noch nicht. Trotzdem: Am 6. April 1861 trat der neu gewählte Landtag in Bregenz zusammen und am 8. August 1863 erhielt Vorarlberg - erstmals in der Geschichte für das gesamte Land - ein eigenes Wappen. Es bestand aus mehreren Feldern und zeigte in der Mitte das Montfort'sche Banner, um welches sich acht Wappen der Vorarlberger "Bezirke" reihten.

Und jetzt eine Landesregierung!
Die obersten Verwaltungsbehörden waren noch immer in Tirol angesiedelt. Für ein Land, das selbständig sein will, natürlich kein befriedigender Zustand. Also machte sich der Landtag in den Folgejahren daran, eine Vorarlberger Landesregierung zu erwirken, und zwar mit unnachgiebiger Hartnäckigkeit. Der "Ausgleich" von 1867, der Ungarn weitgehende Unabhängigkeit innerhalb der Monarchie gewährte, wurde zum Vorbild für ähnlich gelagerte Forderungen der Vorarlberger. Doch es kam, wie es kommen musste, der Kaiser konnte dem partout nichts abgewinnen, tat, was wohl jeder Monarch mit einem gar zu aufmüpfigen Völklein getan hätte und löste stante pede den Vorarlberger Landtag auf. Aufhalten hat sich dadurch aber niemand lassen. Über mehrere Jahre hinweg bemühte sich das Land weiter um eine eigene Landesstelle. 1907 sagte der österreichische Ministerpräsident vage zu, dieses Anliegen berücksichtigen zu wollen. In der Monarchie sollte es aber nicht mehr dazu kommen. Der Erste Weltkrieg zerstörte sie.

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