Der Anfang
Von Alemannen, Rätern, Kelten und Römern

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Die Habsburger
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Unruhige Zeiten
Zentralismus, Fremdherr- schaft und Revolution

Kampf um die Selbständigkeit
Von der Revolution 1848 zur Verfassung

Selbständiges Land
Vorarlberg erreicht
sein Ziel

Im 20. Jahrhundert
Aufschwung in Selbstbewusstsein
 

 

Vorarlberger G'schicht

Selbständiger Staat

Ein neuer Staat
Die Bemühungen Kaiser Karls um eine Umformung der Monarchie in einen Bundesstaat lösten sich in nichts auf. Stattdessen wurde die Repubilk Deutsch-Österreich ausgerufen. Die Vorarlberger Landesversammlung rief am 3. November 1918 die Selbständigkeit Vorarlbergs aus. Mit der Einrichtung einer eigenen Landesregierung war Vorarlberg jetzt auch verwaltungsmäßig vollständig von Tirol getrennt. Am 12. November erklärte das Land den Beitritt zur neuen österreichischen Republik. Am 30. November erklärte die "Landesrat" genannte Landesregierung, das Land Vorarlberg habe die Staatsgewalt in Vorarlberg übernommen. Der 3. Dezember 1918 gab dem Land sein heutiges Wappen. Mit der Herausgabe am 26. März 1919 erhielt Vorarlberg seine neue Landesverfassung.

Österreichisch? Schweizerisch? Deutsch?
Mit dem Zusammenbruch Österreich-Ungarns stellte sich auch die Frage nach der Zugehörigkeit Vorarlbergs. Das Land hatte von Anfang an betont, seine Zugehörigkeit zu Deutsch-Österreich sei provisorischer Natur. Wie in anderen Teilen Österreichs glaubten auch hier die wenigsten an dessen Lebensfähigkeit. Anders als jenseits des Arlbergs tendierte man hier aber nicht zum Deutschen Reich, sondern zur Schweiz: Eine private Unterschriftensammlung ergab eine 70-prozentige Zustimmung zu einem solchen Schritt.

Liebäugeln mit der Schweiz
Auch Landesregierung und Landtag beschäftigten sich mit der Frage, wollten sich aber alle Optionen offen lassen und nach allen Seiten verhandlungsbereit sein. Sowohl eine Zugehörigkeit zu Österreich als auch zur Schweiz oder zu Deutschland (gegebenenfalls etwa als Teil einer neuen Region Württemberg-Schwaben oder Bayerns) standen zur Diskussion. Schließlich wurde am 11.5.1919 eine Volksabstimmung durchgeführt, in der sich knapp 81 Prozent dafür aussprachen, mit der Schweiz in Verhandlungen über die Beitrittsbedingungen zu treten. Nach Vorliegen des Verhandlungsergebnisses sollte eine weitere Volksabstimmung darüber entscheiden, ob Vorarlberg tatsächlich Teil der Eidgenosschenschaft werden wolle. Doch dazu kam es nicht mehr. Der Vertrag von Saint-Germain und die österreichische Bundesverfassung 1920 fixierten das Staatsgebiet. Vorarlberg legte zwar nach wie vor Wert auf die Feststellung seiner provisorischen Zugehörigkeit zu Österreich, verfolgte aber bald eine Politik der Autonomie innerhalb Österreichs.

Selbständiger Staat und Bundesland
Nachdem sich Österreich eine Bundesverfassung gegeben hatte und nun klar war, wie der neue Staat aufgebaut war, arbeitete Vorarlberg in Abstimmung mit der Bundesverfassung eine neue Landesverfassung für sich aus. Sein Selbstverständnis drückte sich im ersten Artikel deutlich aus: "Art. 1. (1) Vorarlberg ist ein selbständiges Bundesland der demokratischen Republik Österreich. (2) Als selbständiger Staat übt Vorarlberg alle Hoheitsrechte aus, die nicht ausdrücklich dem Bunde übertragen sind oder übertragen werden." In der Debatte wurde unter anderem das Wort "Staat" kritisiert; es sei für ein so kleines Land wohl überdimensioniert. Dem entgegneten die Befürworter, es komme nicht auf die Größe an. Außerdem bestehe ein Bundesstaat staatsrechtlich aus selbständigen (Teil-)Staaten. Die Mehrheit schloss sich dem an, sodass sich Vorarlberg - bis heute - als selbständiger Staat bezeichnet. Am 27. März 1923 wurde die Verfassung vom Landtag beschlossen Am 30. Juli 1923 wurde sie nach diversen Einwänden der Bundesregierung erneut vom Landtag beschlossen, am 6. August 1923 bestätigte die Bundesregierung den Beschluss telegrafisch, und am 18. August 1923 konnte die erste Verfassung des Bundeslandes Vorarlberg herausgegeben werden.

Zu Hause in Österreich und Europa
Seither ist Vorarlberg ein fester und selbstbewusster Bestandteil Österreichs geworden und hat mit ihm alle Höhen und Tiefen des 20. Jahrhunderts erlebt. In dessen zweiter Hälfte konnte sich Vorarlberg frei entfalten und erlebte einen starken wirtschaftlichen Aufschwung. Zur selbständigen Wahrnehmung seiner Interessen zählt auch sein internationales Engagement, etwa in der ArgeAlp oder in der Bodensee-Region.

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